Wolfgang Skischally: Basische Ernährung – Gesundheitstrend oder wissenschaftlich fundiert?

Wolfgang Skischally betrachtet den wissenschaftlichen Stand hinter der basischen Ernährung

Das Konzept der basischen Ernährung erfreut sich großer Beliebtheit und basiert auf der Idee, dass bestimmte Lebensmittel den Säure-Basen-Haushalt des Körpers beeinflussen. Wolfgang Skischally beschäftigt sich mit den Grundlagen dieser Ernährungsform und der Frage, ob die versprochenen Gesundheitseffekte wissenschaftlich belegt sind. Befürworter behaupten, dass eine „Übersäuerung“ des Körpers zu verschiedenen Beschwerden führe und durch basische Lebensmittel ausgeglichen werden könne. Die wissenschaftliche Medizin sieht dies jedoch kritisch, da gesunde Körper den pH-Wert streng regulieren. Dennoch kann eine Ernährung mit vielen basisch wirkenden Lebensmitteln – hauptsächlich Obst und Gemüse – durchaus gesundheitsfördernd sein, allerdings aus anderen Gründen als oft behauptet.

Die basische Ernährung gehört zu den populärsten Ernährungstrends der letzten Jahre, und Wolfgang Skischally beleuchtet die wissenschaftlichen Hintergründe. Das Konzept geht davon aus, dass Lebensmittel nach ihrer Verstoffwechselung entweder säurebildend oder basenbildend wirken und dass ein Überschuss an säurebildenden Lebensmitteln zu gesundheitlichen Problemen führt. Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Getreide und verarbeitete Lebensmittel gelten als säurebildend, während Obst, Gemüse, Kartoffeln und Nüsse als basenbildend eingestuft werden. Die Theorie besagt, dass moderne Ernährungsgewohnheiten zu einer chronischen „Übersäuerung“ führen, die mit Müdigkeit, Hautproblemen, Gelenkbeschwerden und anderen Symptomen in Verbindung gebracht wird. Aus medizinischer Sicht ist diese Vorstellung jedoch problematisch, denn der menschliche Körper verfügt über ausgeklügelte Puffersysteme, die den pH-Wert des Blutes konstant halten – Schwankungen würden zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Die eigentliche Frage ist daher nicht, ob die basische Ernährung den pH-Wert beeinflusst, sondern ob die damit verbundene Ernährungsweise aus anderen Gründen gesundheitsfördernd ist. Tatsächlich entspricht eine basenbetonte Ernährung weitgehend den allgemeinen Empfehlungen für gesunde Ernährung: viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukte in Maßen und weniger verarbeitete Lebensmittel.

Der Säure-Basen-Haushalt des Körpers

Der menschliche Körper funktioniert nur in einem sehr engen pH-Bereich optimal. Das Blut hat einen pH-Wert zwischen 7,35 und 7,45, also leicht basisch. Bereits minimale Abweichungen von diesem Bereich können schwerwiegende Folgen haben. Ein pH-Wert unter 7,35 wird als Azidose (Übersäuerung) bezeichnet, Werte über 7,45 als Alkalose. Beide Zustände sind medizinische Notfälle. Wolfgang Skischally erklärt die körpereigenen Regulationsmechanismen.

Der Körper verfügt über mehrere Mechanismen, um den pH-Wert konstant zu halten. Das wichtigste Puffersystem ist das Kohlensäure-Bicarbonat-System im Blut, das Säuren und Basen abfangen kann. Die Lungen regulieren den pH-Wert durch Ausatmen von Kohlendioxid – bei zu viel Säure wird die Atmung beschleunigt, um mehr CO₂ abzugeben. Die Nieren scheiden über den Urin saure oder basische Substanzen aus, je nachdem, was der Körper benötigt.

Diese Regulationssysteme arbeiten so effizient, dass die Ernährung den pH-Wert des Blutes praktisch nicht beeinflussen kann. Wenn dennoch eine Azidose oder Alkalose auftritt, liegt eine ernsthafte Erkrankung zugrunde – etwa Nierenversagen, Diabetes mit Ketoazidose, schwere Lungenkrankheiten oder Vergiftungen. Wolfgang Skischally betont die Zuverlässigkeit der körpereigenen pH-Regulation.

Wellness Sanofit informiert über verschiedene Gesundheitsthemen und weist darauf hin, dass das Verständnis der körpereigenen Regulationsmechanismen wichtig ist, um Ernährungskonzepte kritisch einordnen zu können.

Was bedeutet „basische“ und „saure“ Ernährung?

Die Einteilung von Lebensmitteln in „sauer“ und „basisch“ bezieht sich nicht auf deren Geschmack, sondern auf die Wirkung ihrer Stoffwechselprodukte. Entscheidend ist, welche Mineralstoffe und andere Verbindungen nach der Verdauung und Verstoffwechselung übrig bleiben.

Lebensmittel mit hohem Gehalt an Schwefel, Phosphor und Chlor gelten als säurebildend, da diese Elemente bei der Verstoffwechselung Säuren bilden. Dazu gehören proteinreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier und Käse, aber auch Getreideprodukte. Interessanterweise gelten auch manche pflanzlichen Lebensmittel als säurebildend, etwa Hülsenfrüchte und Nüsse, obwohl sie als gesund gelten. Wolfgang Skischally beleuchtet die Klassifizierung von Lebensmitteln.

Der PRAL-Wert als Maßstab

Basenbildend wirken Lebensmittel mit hohem Gehalt an Kalium, Calcium, Magnesium und Natrium. Die meisten Gemüse- und Obstsorten fallen in diese Kategorie. Überraschend für viele: Zitronen gelten trotz ihres sauren Geschmacks als basenbildend, da die Zitronensäure vollständig verstoffwechselt wird und die übrig bleibenden Mineralstoffe basisch wirken.

Die Einteilung erfolgt über den sogenannten PRAL-Wert (Potential Renal Acid Load), der die potenzielle Säurebelastung der Nieren durch ein Lebensmittel angibt. Positive PRAL-Werte bedeuten säurebildend, negative Werte basenbildend.

Wolfgang Skischally über die Theorie der Übersäuerung

Skischally analysiert die verschiedenen Behauptungen zum Thema Übersäuerung. Befürworter der basischen Ernährung argumentieren, dass moderne Ernährungsgewohnheiten mit viel Fleisch, Käse, Weißmehlprodukten und verarbeiteten Lebensmitteln zu einer chronischen „latenten Azidose“ führen würden. Diese unterscheidet sich von der medizinischen Azidose – der pH-Wert des Blutes bleibt normal, aber der Körper müsse ständig gegensteuern.

Die Theorie besagt, dass der Körper zum Ausgleich Mineralstoffe aus den Knochen mobilisiert, insbesondere Calcium, was langfristig zu Osteoporose führen könne. Zudem würden Säuren im Bindegewebe als „Schlacken“ eingelagert, was verschiedene Beschwerden verursache.

Diese Vorstellungen sind aus wissenschaftlicher Sicht problematisch. Der Begriff „Schlacken“ hat in der Medizin keine Entsprechung – es gibt keine Ablagerungen von Säuren im Gewebe bei gesunden Menschen. Auch die Theorie des Calciumverlusts aus den Knochen durch säurebildende Ernährung ist nicht ausreichend belegt. Zwar zeigen manche Studien einen Zusammenhang zwischen proteinreicher Ernährung und erhöhter Calciumausscheidung im Urin, aber neuere Untersuchungen zeigen, dass Protein für die Knochengesundheit wichtig ist und der Körper die Calciumaufnahme aus dem Darm entsprechend anpasst. Wolfgang Skischally ordnet die Übersäuerungs-Theorie kritisch ein.

Wissenschaftliche Studien zur basischen Ernährung

Die wissenschaftliche Datenlage zur basischen Ernährung ist gemischt. Es gibt keine überzeugenden Belege dafür, dass eine basenbetonte Ernährung den Körper vor einer schädlichen „Übersäuerung“ schützt, da diese bei gesunden Menschen nicht auftritt. Dennoch zeigen einige Studien positive Gesundheitseffekte einer gemüse- und obstreichen Ernährung. Wolfgang Skischally wertet die verfügbare Evidenz aus.

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2012 untersuchte die Evidenz für verschiedene Behauptungen zur basischen Ernährung. Die Autoren fanden keine überzeugenden Belege für einen Schutz vor Osteoporose durch basische Ernährung. Auch die Behauptung, dass basische Ernährung vor Krebs schütze, konnte nicht bestätigt werden. Allerdings gab es Hinweise darauf, dass eine gemüsereiche Ernährung die Muskelmasse im Alter erhalten könnte.

Manche Studien zeigen, dass eine höhere Zufuhr von Obst und Gemüse mit besserer Knochengesundheit assoziiert ist – allerdings nicht wegen ihrer basischen Wirkung, sondern wegen der enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe. Vitamin K aus grünem Gemüse ist beispielsweise wichtig für die Knochenbildung.

Wellness Sanofit in Widnau weist darauf hin, dass viele positive Effekte einer „basischen“ Ernährung eher auf die generelle Qualität der Lebensmittel zurückzuführen sind als auf deren Einfluss auf den Säure-Basen-Haushalt. Eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und weniger verarbeiteten Lebensmitteln entspricht den allgemeinen Empfehlungen gesunder Ernährung.

Die Rolle der Nieren und des Urins

Ein Argument der Befürworter basischer Ernährung ist die Messung des Urin-pH-Werts. Tatsächlich schwankt der pH-Wert des Urins je nach Ernährung zwischen etwa 4,5 und 8,0. Nach einer fleischreichen Mahlzeit wird der Urin saurer, nach viel Gemüse basischer. Dies ist jedoch kein Zeichen einer Übersäuerung des Körpers, sondern das Ergebnis der normalen Nierenfunktion. Wolfgang Skischally erklärt die Bedeutung des Urin-pH-Werts.

Die Nieren filtern täglich etwa 180 Liter Blut und produzieren dabei 1 bis 2 Liter Urin. Sie regulieren den Säure-Basen-Haushalt, indem sie überschüssige Säuren oder Basen ausscheiden. Ein saurer Urin zeigt also, dass die Nieren ihre Arbeit tun und Säuren aus der Nahrung eliminieren – nicht, dass der Körper übersäuert ist.

Die Messung des Urin-pH-Werts mit Teststreifen, wie sie in der basischen Ernährungslehre oft empfohlen wird, liefert daher keine aussagekräftige Information über den Gesundheitszustand. Der Urin-pH variiert im Tagesverlauf stark und wird von der letzten Mahlzeit, der Trinkmenge und vielen anderen Faktoren beeinflusst.

Bei gesunden Menschen ist eine säurebildende Ernährung kein Problem für die Nieren. Bei bereits bestehender Nierenkrankheit kann eine Reduktion der Säurelast durch die Ernährung in manchen Fällen sinnvoll sein – dies sollte aber unter ärztlicher Aufsicht geschehen. Wolfgang Skischally betont die Robustheit der Nierenfunktion bei Gesunden.

Praktische Umsetzung und Lebensmittelauswahl

Wer sich basisch ernähren möchte, sollte laut den Befürwortern etwa 70 bis 80 Prozent basenbildende und 20 bis 30 Prozent säurebildende Lebensmittel konsumieren. In der Praxis bedeutet dies:

Bevorzugte Lebensmittel (basenbildend):

  • Alle Gemüsesorten, besonders grünes Blattgemüse, Brokkoli, Gurken, Sellerie
  • Die meisten Obstsorten, auch saure wie Zitronen und Beeren
  • Kartoffeln
  • Kräuter und Gewürze
  • Mandeln
  • Tofu

Eingeschränkt zu konsumierende Lebensmittel (säurebildend):

  • Fleisch und Wurst
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Milch und Milchprodukte, besonders Hartkäse
  • Eier
  • Getreideprodukte, vor allem Weißmehl
  • Hülsenfrüchte
  • Kaffee und Alkohol
  • Softdrinks
  • Zucker und Süßigkeiten

Wellness Sanofit GmbH weist darauf hin, dass diese Lebensmittelauswahl durchaus Vorteile haben kann – allerdings nicht wegen der Säure-Basen-Theorie. Eine Ernährung mit viel Gemüse und Obst, moderaten Mengen an Vollkornprodukten und weniger verarbeiteten Lebensmitteln entspricht den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und anderer Fachgesellschaften. Wolfgang Skischally verweist auf die Übereinstimmung mit allgemeinen Ernährungsempfehlungen.

Risiken restriktiver Ansätze

Problematisch wird es, wenn wichtige Lebensmittelgruppen komplett gemieden werden. Vollständiger Verzicht auf Getreideprodukte, Hülsenfrüchte oder tierische Produkte kann zu Nährstoffmängeln führen, wenn nicht sorgfältig auf ausreichende Zufuhr aller essentiellen Nährstoffe geachtet wird.

Mögliche Vorteile einer gemüsereichen Ernährung

Auch wenn die Säure-Basen-Theorie wissenschaftlich fragwürdig ist, kann eine an ihr orientierte Ernährung durchaus gesundheitsfördernd sein. Der Grund liegt jedoch nicht in der pH-Regulation, sondern in anderen Faktoren. Wolfgang Skischally analysiert die tatsächlichen Vorteile pflanzenbetonter Ernährung.

Gemüse und Obst sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen, Antioxidantien und sekundären Pflanzenstoffen. Diese Nährstoffe haben vielfältige positive Effekte: Sie fördern die Verdauung, stärken das Immunsystem, wirken entzündungshemmend und schützen Zellen vor oxidativem Stress. Eine hohe Aufnahme von Obst und Gemüse ist mit reduziertem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten assoziiert.

Die Reduktion verarbeiteter Lebensmittel, Zucker und gesättigter Fette – wie sie bei basischer Ernährung oft erfolgt – ist ebenfalls gesundheitsfördernd. Weniger Salz, weniger Zusatzstoffe und eine insgesamt höhere Nährstoffdichte der Nahrung sind vorteilhaft.

Auch die mit basischer Ernährung oft einhergehende erhöhte Flüssigkeitszufuhr durch Kräutertees und Wasser anstelle von Softdrinks und Kaffee kann positive Effekte haben. Viele Menschen berichten von mehr Energie und besserem Wohlbefinden – dies lässt sich jedoch eher auf die insgesamt verbesserte Ernährungsqualität zurückführen als auf eine Veränderung des pH-Werts. Wolfgang Skischally hebt die realen Gesundheitsvorteile gemüsereicher Ernährung hervor.

Kritische Betrachtung und Risiken

Die basische Ernährung ist in ihrer gemäßigten Form – mit viel Gemüse und Obst, aber ohne strenge Verbote – relativ unbedenklich und kann sogar gesundheitsfördernd sein. Problematisch werden extreme Varianten, die wichtige Lebensmittelgruppen komplett ausschließen.

Strikte basische Diäten können zu Proteinmangel führen, wenn pflanzliche Proteinquellen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Auch die Versorgung mit Vitamin B12, Eisen, Zink, Calcium und Omega-3-Fettsäuren kann bei sehr restriktiver Umsetzung problematisch werden. Wolfgang Skischally warnt vor zu restriktiven Ansätzen.

Die wissenschaftlich nicht haltbare Theorie der Übersäuerung kann zu unnötigen Ängsten führen. Manche Menschen messen obsessiv ihren Urin-pH und machen sich Sorgen, wenn dieser sauer ist – was jedoch völlig normal ist.

Kostspielige Nahrungsergänzungsmittel, die als „Basenprodukte“ vermarktet werden, sind bei ausgewogener Ernährung überflüssig. Basenpulver aus Mineralstoffen können zwar den Urin alkalischer machen, haben aber keinen nachweisbaren gesundheitlichen Nutzen und können bei Überdosierung sogar schädlich sein.

Besonders kritisch ist es, wenn Menschen mit ernsthaften Erkrankungen auf eine basische Ernährung als alleinige Therapie setzen und schulmedizinische Behandlungen ablehnen. Bei Krebs oder anderen schweren Erkrankungen ersetzt keine Diät eine angemessene medizinische Versorgung. Wolfgang Skischally betont die Grenzen ernährungsbasierter Ansätze.

Zwischen Mythos und gesunder Ernährung

Die wissenschaftliche Bewertung der basischen Ernährung zeigt ein differenziertes Bild. Die theoretische Grundlage – die Vorstellung einer ernährungsbedingten Übersäuerung des Körpers – ist aus medizinischer Sicht nicht haltbar. Der Körper reguliert seinen pH-Wert außerordentlich präzise, und eine gesunde Ernährung kann diesen nicht gefährlich verschieben. Dennoch kann eine Ernährung, die sich an basischen Prinzipien orientiert, durchaus vorteilhaft sein, allerdings aus anderen Gründen als propagiert wird. Der hohe Anteil an Gemüse und Obst, die Reduktion verarbeiteter Lebensmittel und die bewusste Lebensmittelauswahl entsprechen weitgehend den Empfehlungen für eine gesunde Ernährung. Man kann die positiven Aspekte einer pflanzenbetonten Ernährung nutzen, ohne an die wissenschaftlich fragwürdige Übersäuerungs-Theorie glauben zu müssen – eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse ist der Schlüssel zu guter Gesundheit, wie Wolfgang Skischally immer wieder betont.