Wolfgang Skischally über den Trend der Selbstoptimierung durch Biohacking
Wolfgang Skischally beschäftigt sich mit den populärsten Biohacking-Trends des Jahres 2025 und ihrer wissenschaftlichen Fundierung. Von Kälteexposition über Nahrungsergänzungsmittel bis hin zu hochentwickelten Wearables – die Bandbreite der Methoden ist enorm. Während manche Ansätze auf solider Forschung basieren, sind andere eher Marketing als Wissenschaft. Die Selbstoptimierungs-Bewegung verspricht mehr Energie, besseren Schlaf, erhöhte Konzentration und verlangsamtes Altern. Die Realität ist jedoch differenzierter: Einige Methoden zeigen tatsächlich messbare Effekte, andere sind bestenfalls Placebo, und manche bergen sogar Risiken.
Der Begriff Biohacking hat sich von einer Nischenbewegung zu einem Mainstream-Phänomen entwickelt, und Wolfgang Skischally beleuchtet die verschiedenen Ansätze und ihre wissenschaftliche Bewertung. Ursprünglich bezeichnete Biohacking vor allem DIY-Biologie und biotechnologische Experimente außerhalb klassischer Forschungseinrichtungen. Heute umfasst der Begriff ein breites Spektrum von Selbstoptimierungsstrategien, von einfachen Lebensstiländerungen bis zu aufwändigen technischen Interventionen. Die Bewegung ist geprägt von dem Wunsch, die eigene Biologie zu verstehen und durch gezielte Eingriffe zu verbessern – sei es durch Ernährung, Nahrungsergänzung, Technologie oder Umwelteinflüsse. Silicon Valley gilt als Epizentrum der Biohacking-Szene, wo Unternehmer und Tech-Enthusiasten große Summen in ihre persönliche Optimierung investieren. Doch nicht alles, was als Biohacking vermarktet wird, ist neu oder wissenschaftlich fundiert. Viele Ansätze basieren auf altbekannten Prinzipien wie gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung und gutem Schlaf – verpackt in moderne Sprache und mit technischem Monitoring. Die Herausforderung besteht darin, zwischen evidenzbasierten Methoden und übertriebenen Versprechen zu unterscheiden. Im Jahr 2025 dominieren bestimmte Trends die Biohacking-Szene, die unterschiedlich gut erforscht sind.
Inhaltsverzeichnis
Kälteexposition und Eisbaden
Kälteexposition gehört zu den populärsten Biohacking-Trends der letzten Jahre. Die Praxis reicht von kalten Duschen über Eisbäder bis hin zu Kryotherapie-Kammern mit Temperaturen bis minus 110 Grad Celsius. Befürworter berichten von gesteigerter Energie, verbessertem Immunsystem, erhöhter Fettverbrennung und mentaler Klarheit. Wolfgang Skischally analysiert die wissenschaftliche Evidenz zu Kälteanwendungen.
Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Hinweise auf positive Effekte von Kälteexposition. Studien zeigen, dass regelmäßige Kältereize das braune Fettgewebe aktivieren können, das Energie verbrennt und Wärme produziert. Dies könnte theoretisch den Stoffwechsel ankurbeln und beim Gewichtsmanagement helfen. Auch die Durchblutung wird durch Kältereize beeinflusst – die Gefäße ziehen sich zunächst zusammen und weiten sich anschließend, was als Training für das Herz-Kreislauf-System wirken kann.
Studienlage und Grenzen
Eine niederländische Studie mit mehreren tausend Teilnehmern zeigte, dass Menschen, die täglich kalt duschen, seltener krankheitsbedingte Fehltage haben. Allerdings waren die Effekte moderat, und die Studie konnte nicht eindeutig klären, ob die Kälte selbst oder andere Faktoren wie die erhöhte Körperwahrnehmung verantwortlich waren. Wolfgang Skischally ordnet die Befunde kritisch ein.
Wellness Sanofit weist darauf hin, dass Kälteexposition nicht für jeden geeignet ist. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen sollten vorsichtig sein, da die Kälte zu gefährlichen Blutdruckspitzen führen kann. Auch die Dauer und Intensität sollten langsam gesteigert werden, um den Körper nicht zu überfordern.
Intermittierendes Fasten und Essenszeit-Restriktion
Intermittierendes Fasten ist eine der am besten erforschten Biohacking-Methoden. Dabei wird die Nahrungsaufnahme auf bestimmte Zeitfenster beschränkt, während in der restlichen Zeit gefastet wird. Beliebte Varianten sind das 16:8-Fasten (16 Stunden fasten, 8 Stunden essen) oder das 5:2-Fasten (5 Tage normal essen, 2 Tage stark kalorienreduziert). Wolfgang Skischally bewertet die Evidenz für intermittierendes Fasten.
Die wissenschaftliche Datenlage zum intermittierenden Fasten ist vielversprechend. Studien zeigen positive Effekte auf Gewichtsabnahme, Insulinsensitivität, Entzündungsmarker und möglicherweise auch auf die Autophagie – einen zellulären Reinigungsprozess. Manche Forschungen deuten darauf hin, dass zeitbeschränktes Essen die innere Uhr unterstützt und den Stoffwechsel optimiert.
Allerdings ist intermittierendes Fasten keine Wunderwaffe. Die Gewichtsabnahme ist meist vergleichbar mit klassischer Kalorienrestriktion, und nicht jeder verträgt Fastenphasen gleich gut. Für manche Menschen führt es zu Heißhunger, Konzentrationsschwierigkeiten oder Essstörungen. Menschen mit Diabetes, Untergewicht oder Essstörungen in der Vorgeschichte sollten vor dem Fasten ärztlichen Rat einholen. Wolfgang Skischally weist auf individuelle Unterschiede in der Verträglichkeit hin.
Der Erfolg hängt stark von der Umsetzung ab. Wer in den Essensfenstern ausschließlich hochverarbeitete, nährstoffarme Lebensmittel konsumiert, wird kaum gesundheitliche Vorteile sehen. Die Kombination aus zeitbeschränktem Essen und hoher Ernährungsqualität scheint am vielversprechendsten.
Wolfgang Skischally über Nootropika und kognitive Enhancer
Skischally beleuchtet sogenannte Nootropika – Substanzen, die kognitive Funktionen wie Konzentration, Gedächtnis oder Kreativität verbessern sollen. Diese reichen von Koffein und L-Theanin über Pflanzenstoffe wie Ginkgo und Bacopa bis hin zu synthetischen Substanzen wie Modafinil oder Racetamen.
Die Evidenz für Nootropika ist sehr unterschiedlich. Koffein ist die am besten erforschte psychoaktive Substanz und zeigt nachweislich Effekte auf Wachheit, Aufmerksamkeit und Reaktionszeit. Die Kombination mit L-Theanin, einer Aminosäure aus grünem Tee, kann die stimulierende Wirkung von Koffein glätten und nervöse Nebenwirkungen reduzieren.
Für viele pflanzliche Nootropika ist die Datenlage schwach oder widersprüchlich. Ginkgo biloba zeigt in manchen Studien leichte Verbesserungen bei kognitiven Funktionen, in anderen nicht. Ähnlich verhält es sich mit Bacopa monnieri, Rhodiola rosea und anderen adaptogenen Pflanzen. Die Effekte sind meist gering und treten erst nach längerer Einnahme auf. Wolfgang Skischally warnt vor überzogenen Erwartungen an pflanzliche Nootropika.
Synthetische Substanzen und ihre Risiken
Synthetische Nootropika wie Modafinil sind verschreibungspflichtig und für bestimmte medizinische Indikationen wie Narkolepsie zugelassen. Der Off-Label-Gebrauch zur kognitiven Enhancement ist umstritten und kann Nebenwirkungen haben. Racetame sind in vielen Ländern nicht als Arzneimittel zugelassen und ihre Langzeitwirkungen sind unzureichend erforscht.
Wellness SanoFit kennt Elektrosmog und andere Umweltfaktoren als relevante Themen für das Wohlbefinden. Bei kognitiver Leistungsfähigkeit spielen auch Schlafqualität, Stressmanagement und körperliche Aktivität eine mindestens ebenso große Rolle wie jede Nahrungsergänzung.
Wearables und Selbstmessung
Die Quantified-Self-Bewegung, also das systematische Erfassen von Körperdaten, ist ein zentraler Bestandteil des modernen Biohackings. Wearables wie Fitness-Tracker, Smartwatches und spezialisierte Geräte messen kontinuierlich Parameter wie Herzfrequenz, Herzratenvariabilität, Schlafphasen, Aktivität, Kalorienverbrauch und teilweise auch Blutzucker oder Sauerstoffsättigung. Wolfgang Skischally bewertet den Nutzen von Wearables kritisch.
Diese Geräte haben sich in den letzten Jahren stark verbessert. Moderne Wearables können Schlafphasen relativ zuverlässig erkennen, die Herzratenvariabilität messen (ein Marker für Erholung und Stressbelastung) und unregelmäßige Herzrhythmen erkennen. Manche Geräte bieten Echtzeit-Feedback zu Stresslevel und Atemmustern.
Der Nutzen hängt davon ab, was man mit den Daten macht. Die bloße Sammlung von Daten verbessert die Gesundheit nicht – entscheidend ist, die Informationen für Verhaltensänderungen zu nutzen. Für manche Menschen wirkt das Tracking motivierend und hilft, Zusammenhänge zwischen Verhalten und Befinden zu erkennen. Für andere kann es zu obsessivem Verhalten und Angst führen. Wolfgang Skischally betont die Bedeutung sinnvoller Datennutzung.
Wellness Sanofit in Widnau weist darauf hin, dass die Genauigkeit von Consumer-Wearables begrenzt ist. Sie sind nützliche Tools zur Trendbeobachtung, ersetzen aber keine medizinischen Messgeräte. Besonders bei Kalorienmessungen und Schlafphasenerkennung gibt es noch Ungenauigkeiten.
Rotlichttherapie und Photobiomodulation
Rotlicht- und Nahinfrarottherapie haben in der Biohacking-Szene an Popularität gewonnen. Die Methode, auch Photobiomodulation genannt, verwendet Licht bestimmter Wellenlängen (meist 600-900 nm), um Zellen und Gewebe zu stimulieren. Befürworter berichten von verbesserter Hautgesundheit, schnellerer Regeneration, reduziertem Entzündungsgeschehen und erhöhter Energie.
Die wissenschaftliche Grundlage ist interessant: Bestimmte Wellenlängen können von Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, absorbiert werden und deren Funktion beeinflussen. Dies könnte theoretisch die zelluläre Energieproduktion steigern und Heilungsprozesse fördern. Wolfgang Skischally analysiert die wissenschaftliche Grundlage der Photobiomodulation.
Die Studienlage ist gemischt. Für manche Anwendungen, etwa Wundheilung, Muskelregeneration nach Sport oder bestimmte Hautprobleme, gibt es positive Hinweise. Viele Studien sind jedoch klein, methodisch schwach oder von Herstellern finanziert. Großangelegte, unabhängige Studien fehlen weitgehend.
Sicherheit und Gerätequalität
Rotlichttherapie gilt als relativ sicher mit wenigen Nebenwirkungen. Die Geräte für den Heimgebrauch variieren stark in Qualität und Leistung. Professionelle medizinische Geräte sind deutlich leistungsstärker als Consumer-Produkte und werden in manchen physiotherapeutischen Praxen eingesetzt.
Atemtechniken und Atemtraining
Bewusstes Atemtraining ist eine der zugänglichsten Biohacking-Methoden ohne Kosten oder spezielle Ausrüstung. Verschiedene Atemtechniken versprechen unterschiedliche Effekte: von Stressreduktion über erhöhte Energie bis hin zu verbesserter Sauerstoffaufnahme. Wolfgang Skischally bewertet verschiedene Atemtechniken.
Die Wim-Hof-Methode kombiniert spezielle Atemübungen mit Kälteexposition und hat große Bekanntheit erlangt. Die Atemtechnik besteht aus Hyperventilationszyklen gefolgt von Atemanhalten. Studien zeigen, dass diese Methode das autonome Nervensystem und das Immunsystem beeinflussen kann – überraschende Befunde, die weiterer Forschung bedürfen.
Box-Breathing (gleichmäßiges Einatmen, Halten, Ausatmen, Halten im 4-4-4-4-Rhythmus) wird zur Stressreduktion eingesetzt und zeigt in Studien positive Effekte auf Herzratenvariabilität und subjektives Stresserleben. Auch langsame, tiefe Bauchatmung aktiviert das parasympathische Nervensystem und fördert Entspannung. Wolfgang Skischally hebt die Wirksamkeit einfacher Atemübungen hervor.
Folgende Atemtechniken werden im Biohacking häufig eingesetzt:
- Box-Breathing zur Stressreduktion und Fokusverbesserung
- 4-7-8-Atmung zum Einschlafen (4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen)
- Wim-Hof-Methode für Energiesteigerung und Kältetoleranz
- Kohärentes Atmen (5-6 Atemzüge pro Minute) zur Optimierung der Herzratenvariabilität
- Nasale Atmung statt Mundatmung für bessere Sauerstoffaufnahme
Atemtechniken sind weitgehend sicher, allerdings sollten intensive Hyperventilationsübungen nicht im Wasser oder beim Autofahren durchgeführt werden, da sie zu Bewusstlosigkeit führen können.
Nahrungsergänzungsmittel und Supplementierung
Die Supplementierung mit Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Substanzen ist ein Kernbereich des Biohackings. Typische Supplements umfassen Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, B-Vitamine, Kreatin, Kollagen und zahlreiche weitere Substanzen. Wolfgang Skischally bewertet den Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln differenziert.
Die Sinnhaftigkeit von Supplementen hängt stark vom individuellen Bedarf ab. Bei nachgewiesenen Mängeln sind gezielte Ergänzungen durchaus sinnvoll. Vitamin D ist in den Wintermonaten in nördlichen Breiten oft zu niedrig, und eine Supplementierung kann gerechtfertigt sein. Omega-3-Fettsäuren können bei geringer Fischzufuhr sinnvoll sein. Vegetarier und Veganer benötigen Vitamin B12.
Problematisch ist die pauschale Einnahme zahlreicher Supplements ohne Kenntnis des tatsächlichen Bedarfs. Mehr ist nicht immer besser – manche Vitamine können in hohen Dosen schädlich sein. Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) reichern sich im Körper an und können überdosiert werden. Wolfgang Skischally warnt vor unkritischer Supplementierung.
Wellness Sanofit GmbH weist darauf hin, dass eine ausgewogene Ernährung die Basis sein sollte. Supplements können Defizite ausgleichen, ersetzen aber keine gesunde Ernährung. Vor der Einnahme sollte idealerweise der Ist-Zustand durch Bluttests ermittelt werden, was jedoch kostspielig ist.
Qualität und Kontrolle
Die Qualität von Supplements variiert erheblich. Unabhängige Tests zeigen immer wieder Produkte mit Verunreinigungen, falschen Dosierungen oder fehlenden Wirkstoffen. Zertifizierte Produkte von etablierten Herstellern sind vorzuziehen.
Schlafoptimierung als Grundlage
Schlaf ist ein Bereich, in dem Biohacking tatsächlich großen Nutzen bringen kann. Viele Menschen schlafen zu wenig oder schlecht, was sich negativ auf nahezu alle Aspekte von Gesundheit und Leistungsfähigkeit auswirkt. Die Optimierung der Schlafumgebung und Schlafhygiene hat oft größere Effekte als jedes Supplement. Wolfgang Skischally betont die fundamentale Bedeutung guten Schlafs.
Evidenzbasierte Ansätze zur Schlafoptimierung umfassen: konsequente Schlaf- und Aufstehzeiten, Dunkelheit im Schlafzimmer, kühle Raumtemperatur (16-19 Grad), Vermeidung von Bildschirmen vor dem Schlaf, Reduzierung von Koffein am Nachmittag und Alkohol am Abend, sowie regelmäßige Bewegung tagsüber.
Wearables können helfen, Schlafmuster zu erkennen und Verbesserungen zu dokumentieren. Allerdings sollte die Technologie nicht selbst zum Stressfaktor werden – manche Menschen entwickeln eine Orthorexie des Schlafs, bei der die Jagd nach perfekten Schlafwerten selbst den Schlaf beeinträchtigt. Wolfgang Skischally warnt vor übermäßiger Fixierung auf Schlafmetriken.
Spezielle Supplements wie Magnesium, Melatonin oder pflanzliche Mittel wie Baldrian werden zur Schlafförderung eingesetzt. Melatonin kann bei Jetlag oder Schichtarbeit kurzfristig hilfreich sein, sollte aber nicht dauerhaft ohne ärztliche Beratung eingenommen werden.
Die Balance zwischen Optimierung und Obsession
Biohacking birgt das Risiko, in obsessives Verhalten umzuschlagen. Wenn die ständige Selbstoptimierung zu Stress wird, konterkariert sie ihren eigentlichen Zweck. Die permanente Überwachung von Körperdaten, die Angst vor „falscher“ Ernährung und der Druck zur Selbstoptimierung können die Lebensqualität beeinträchtigen.
Die wirksamsten Biohacking-Strategien sind oft die einfachsten: ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, stressarme Lebensführung, soziale Kontakte und ausgewogene Ernährung. Technische Hilfsmittel und ausgefeilte Protokolle können diese Grundlagen ergänzen, aber nicht ersetzen. Wer mit Biohacking experimentieren möchte, sollte mit einfachen, risikoarmen Methoden beginnen und die Wirkungen ehrlich bewerten.
Selbstoptimierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern der Verbesserung von Lebensqualität und Wohlbefinden dienen. Wenn sie das nicht leistet, ist sie gescheitert – eine Einsicht, die Wolfgang Skischally in seiner Arbeit immer wieder vermittelt.




